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2000er Jahre

Saison 05/06: Eine Achterbahnfahrt ohne Happy-End

Auch Andi Hölzl wurde Opfer wilder Attacken von Admira SpielernAuch Andi Hölzl wurde Opfer wilder Attacken von Admira Spielern
Die zweite Saison nach einem Aufstieg ist immer die schwierigste“, heißt eine bekannte Fußballerweisheit. Nach dem Karriereende der beiden Innsbruck Ikonen Alfred Hörtnagl und Robert Wazinger, sowie den Abgängen Wolfgang Mair und Ned Zelic, schien man in Innsbruck einer solch schweren Saison ins Auge zu schauen. Doch mit dem Abstieg hatte der FC Wacker nie wirklich was tun…

Im Gegenteil. Das Erreichen des UEFA Cups gab Neuzugang Ferdinand Feldhofer zu Saisonbeginn als erklärtes Ziel an. Eine gewagte Aussage, da vermeintliche Abstiegskandidaten durch potente Geldgeber im Sommer ordentlich aufrüsteten. Red Bull investierte Millionen um in Europa für Furore zu sorgen und auch Admira Wacker wollte dank iranischer Geldgeber das „graue Maus Image“ endlich ablegen. Zusätzlich zählten die beiden Wiener Vereine und der GAK zu den Favoriten auf die vorderen Plätze.

Sieben Punkte in sieben Tagen

Eine Woche im Herbst 2005 werden die Tiroler Fußballfans nicht so schnell vergessen. Zum einem gab es am 22.10.2005 einen 3:2 Auswärtssieg gegen den SV Pasching und vier Tage später der kolossale 3:0 Sieg gegen Kurt Jaras Red Bull Salzburg. Mit sechs Siegen in Folge konnte Red Bull vom vorletzten Platz in der Tabelle auf Platz eins vorrücken und diese Serie wollten die Salzburger am Tivoli prolongieren. Doch es kam anders. Bereits in Halbzeit eins stellten Feldhofer und Hattenberger mit ihren Toren die Weichen auf Sieg und als Schreter in 64. Minute den 3:0 Endstand herstellte, bebte das Tivoli Stadion. Als krönender Abschluss dieser Woche erreichte die Mannschaft noch ein 0:0 beim späteren Meister Austria Wien.

Positiver Herbstausklang und guter Frühjahrsauftakt

S
ieben Punkte konnte der FC Wacker auch in den letzten drei Spielen im Herbst 2005 ergattern. Einem 0:0 zu Hause gegen den amtierenden Meister Rapid, folgte ein 3:2 Auswärtssieg bei Sturm Graz und ein 4:0 Kantersieg gegen die zu Saisonbeginn als Geheimfavoriten auf die Meisterschaft gestarteten Admiraner. Zum Frühjahrsauftakt empfing Wacker die Wiener Austria und verlor 0:2 und auch in Salzburg gab es trotz tollen Spiels nichts zu holen. Erst gegen Pasching konnte der erste Sieg eingefahren werden. Und nach den beiden Siegen beim GAK und zu Hause gegen Mattersburg, war nicht nur der Klassenerhalt gesichert, betrug der Vorsprung auf Admira Wacker zwölf Punkte, sondern der FC Wacker war nach 27. Runden mit nur zwei Punkten Rückstand auf Platz drei auf Kurs UEFA Cup.

Wildwest Szenen in der Südstadt

Doch die Chance auf das internationale Geschäft lähmte die Mannschaft rund um Felhofer und Hattenberger. Im letzten Meisterschaftsviertel lief gar nichts mehr zusammen. So verspielte die Mannschaft die Chance auf Platz drei. Ein Spiel wird vielen Fans immer in Erinnerung bleiben. Am 15. April 2006 erspielte man sich in der Südstadt ein 1:1 Remis. Nichts besonderes, hätten nicht zahlreiche Admira Verantwortliche und Spieler nach dem Spiel eine Treibjagd auf die Wacker Spieler eröffnet. Mit dem Resultat, dass Zeljko Pavlovic mit Blut im Urin in Krankenhaus zur Beobachtung gebracht werden musste. Wacker Trainer Tschertschessow meinte nach dem Spiel: „Ich weiß nicht, ob noch wer verletzt worden ist. Ich muss jetzt einmal alle meine Spieler zusammensuchen. Hoffentlich sind alle noch da, damit wir nach Hause fahren können."

Am Ende rutschte der FC Wacker Tirol noch auf den neunten Platz und war schlussendlich doch meilenweit von einem möglichen UEFA Cup Platz entfernt und „Stani“ Tschertschessow verabschiedete sich nach dieser wellenartigen Saison in Richtung Heimat. Er wurde Sportdirektor bei Spartak Moskau.

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Geschrieben von René Soukopf
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