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1960er Jahre

Wacker Innsbruck sorgt für Furore - Saison 1966/67

b_150_100_16777215_00_images_stories_geschichte_66_67.jpgErstmals hatte mit dem FC Wacker Innsbruck 1967 ein Verein aus dem Westen Österreichs die Chance, den nationalen Meistertitel zu erobern. Denkbar knapp scheiterten die Schwarz-Grünen in der letzten Runde und der SK Rapid Wien holte sich seinen 24. Meistertitel.

Wiener Würstchen schmeckten am Tivoli

In der fünften Runde der Saison 1966/67 war es soweit. Erstmals in seiner 53-jährigen Vereinsgeschichte war der FC Wacker Innsbruck Tabellenführer in Österreichs höchster Spielklasse und überwinterte sogar als Herbstmeister. Doch gleich in der ersten Frühjahrsrunde verlor man die Führung wieder an Rapid. In der 17. Runde kam es vielleicht zum vorentscheidenden Duell gegen die Grün-Weißen am Tivoli. Der Respekt vor dem Rekordmeister war groß. Vielleicht konnte es ein Vorteil sein, dass mit Gustl Starek der Führende der Torschützenliste fehlte. Rapid hatte vor dieser Partie einen Punkt mehr als die Innsbrucker. Mit zwei Punkten hinter dem FCW lag mit der Vienna ein weiterer Traditionsklub in Lauerstellung. Austria Wien und Bregenz waren fünf Punkte hinter Rapid und der LASK, einen Punkt dahinter (zwei Punkte Regel), wollte auch noch ein Wörtchen mitreden.
Doch zurück zum Tivoli: Die Spannung auf dieses Spiel war kaum zu überbieten. So pilgerten am 1. April 1967 an die 15.000 Zuschauer in das enge und kleine Tivoli. Und sie haben ihr Kommen nicht bereut. Durch Tore von Wolny, Ettmayer und Eschlmüller vernaschte der FC Wacker Innsbruck die Wiener. Das Tivoli wurde endgültig zum Tollhaus.

Ein Tor zum „Narrisch-Werden“

Aber schon in der 20. Runde war die Tabellenführung wieder „futsch“. Mit dem First Vienna Football Club war der älteste Fußballklub Österreichs zu Gast am Tivoli. Was für eine „lässige“ Meisterschaft, was für Tradition…
Ein Tor in der 35. Minute von Helmut Redl reichte nicht. Der FCW verlor mit 1:3. Vor der letzten Runde lag man punktegleich mit Rapid an der Tabellenspitze. Rapid siegte bei Admira Wien mit 3:1 und Wacker Innsbruck hatte Bregenz zu Gast. Die Innsbrucker hätten mit 5:0 gewinnen müssen. Aber ein Tor in der 26. Minute durch den Bregenzer Penz beim Stande von 3:0 für Innsbruck ließ die Sill bergauf rinnen - ein Tor zum „Narrisch-Werden“. So wurde Rapid durch den besseren Torquotienten erneut Nationalligameister. Bester schwarz-grüner Spieler der Saison war Neuerwerbung Hans „Buffi“ Ettmayer, mit dem das wackere Publikum noch sehr viel Freude haben sollte.

Der Kader des FC Wacker Innsbruck in der Saison 1966/67

Tschenett, Irovic, Pumm, J. Sikic, Eigenstiller, Ludescher, Ivanusch, Eschelmüller, Sommer, Ettmayer, Wolny, Redl, Wartusch, Siber, Lederer, Senekowitsch, Vogel, Rinnergschwendtner, Bauer

Noch zu erwähnen sei, dass der FC Wacker Innsbruck über einen hervorragenden Nachwuchs verfügte. So wurde der FCW III mit einen Torverhältnis von 59:4 bei 8 Spielen in der Reserve B Meisterschaft Herbstmeister; ebenso die Junioren der Schwarz-Grünen in ihrer Liga mit einem Torverhältnis von 37:8.

Ein spannender Blick aufs Budget

Schon 1966 verfügte der FC Wacker Innsbruck über viele ehrenamtliche Helfer. Der Verein wurde offen geführt und die Zahlen rund um das Budget blieben kein Geheimnis. So kassierte der Verein 1967 Subventionen in Höhe von 355.227,25 Schilling. Die Mitgliedsbeiträge machten 74.671,30 Schilling aus. Der Spielbetrieb und andere Veranstaltungen brachten 3.445.068,54 in die Kasse.
Auch interessant sind die Ausgaben. So kostete die Instandhaltung des Wackerplatzes 6.312,84 Schilling. Für die Gehälter wurden 1.114.174,33 Schilling ausgegeben. Für die Platzmiete sind 90.103,80 Schilling gezahlt worden. Kriegsopferabgabe leisteten die Schwarz-Grünen 140.077,20 Schilling. Die Polizei kassierte 21.872 Schilling. Hingegen kostete der Ordnerdienst 38.220 Schilling. Für die Schiedsrichter musste der Verein 46.861,45 berappen.
Insgesamt wurden in der Saison 1966/67 4.002.232, 12 Schilling eingenommen. Ausgegeben wurden 3.610.638,51 Schilling. Bleibt also ein Gewinn von 391.593,67 Schilling. Da aber in der Saison 1965/66 ein Minus von 891.072,61 angehäuft wurde, war am Konto der schwarz-grünen Kassiere ein Loch von 499.479,06 Schilling.

Es ist interessant, wie offen man zu dieser Zeit mit Finanzen beim FC Wacker Innsbruck umgegangen ist. Das war nicht immer so in der Geschichte des Tiroler Traditionsvereins...


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Geschrieben von Rudolf Tilg
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